Wirtschaftlichkeit

EEG-Subvention

Zur Förderung der Windernergie gewährt das EEG eine über 20 Jahre garantierte Einspeisegrundvergütung in Höhe von 4,87 Cent/kWh. In den ersten 5 Jahren nach der Inbetriebnahme werden als Anfangsvergütung 8,93 Cent/kWh gezahlt.

Die Vergütung für Strom aus Windkraft auf dem Festland ist abhängig vom Ertrag des Standorts (§ 49 EEG).

  • Nach einer zunächst fünfjährigen Anfangsvergütung wird der anfangs erzielte Ertrag in das Verhältnis zu dem einer theoretisch berechneten Anlage (Referenzanlage) gesetzt und daraus für den einzelnen Standort errechnet, wie lange die Anfangsvergütung zusätzlich gewährt wird. Je wind- und damit ertragreicher ein Standort ist, umso kürzer wird diese Vergütungsphase.
  • Für Standorte kann eine Unterschreitung des Referenzertrags eintreten, so dass ein Standort mit beispielsweise 90 % des Referenzertrags eine Verlängerung um fast 11 Jahre auf dann insgesamt 16 Jahre erhält. Nach Ablauf dieses Zeitraums wird nur noch die sog. Grundvergütung von 4,87 Cent/kWh gewährt

Was bedeutet das wirtschaftlich?

  • Möglichen Investoren wird über 20 Jahre ein sicherer Ertrag aus den Anlagen gewährt. Sie werden von Preisschwankungen am Strommarkt geschützt.
  • Auch Standorte mit relativ wenig Wind, die eigentlich wirtschaftlich wenig attraktiv sind, werden durch die Möglichkeit der verlängerten Zahlung der erhöhten Vergütung für Investoren interessant.
  • Möglichen Investoren wird über die EEG-Subvention bei geringem Risiko eine Rendite ermöglicht, die deutlich über den Renditen liegt, die derzeit am Kapitalmarkt zu erzielen sind.  

Potential vs. tatsächliche Einspeisung

Welche Leistung bringt die Anlage in einem Schwachwindgebiet tatsächlich?

Zunächst ein paar Daten:

  • Laut Herstellerangaben haben die geplanten WEA-Typen eine Einschaltgeschwindigkeit  von 3 m/s und eine Abschaltgeschwindigkeit von 20 m/s. Das heißt also, das Strom überhaupt erst erzeugt wird, wenn die Windgeschwindigkeit über 3 m/s liegt.
  • Der Windatlas 2019 für Baden-Württemberg weist für die das Gebiet der geplanten Standorte über das Jahr in 160 m Höhe eine mittlere Windgeschwindigkeit von ca. 5,5 m/s aus.

Der Hersteller Nordex veröffentlicht zum geplanten Anlagentyp N149 4-4.5 keine Leistungskurve. Aus einer
im Internet verfügbaren Musterleistungskurve für Anlagen mit einem Rotordurchmesser über 100m (z.B. Nordex N131 3.6)* wurde die nebenstehende Leistungskurve abgeleitet. Sie gibt ein ungefähres Bild der Leistung einer Anlage des geplanten Typs mit einer Nennleistung von 4-4,5 MW in Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit.

 *www.windenergie-im-binnenland.de

Welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

  • Im Jahresmittel werden die Anlagen kaum ihre Nennleistung bringen
  • Bei der mittleren Windgeschwindigkeit von 5,5 m/s fahren die Anlagen im unteren Bereich ihres Leistungspotentials
  • Ein wirtschaftlicher Betrieb ohne Subventionen scheint fraglich zu sein
  • Der Beitrag zur Energiewende durch hohe Stromeinspeisung scheint ebenfalls fraglich zu sein

Und am Ende des Betriebes?

Laut Hersteller Nordex sind die Anlagen auf eine Betriebszeit von 20 bis maximal 25 Jahren ausgelegt. Was passiert dann?

Für den vollständigen Rückbau und die Wiederverwertung und/oder Entsorgung ist der Betreiber verantwortlich; kommt dieser seiner Verpflichtung nicht nach, liegt die Last auf dem Grundstückseigner, dem Land Baden-Württemberg. Die Kosten des Rückbaus müssen dann aus dem Landeshaushalt bezahlt werden, letztlich also vom Steuerzahler.

Kernkraftwerksbetreiber wurden per Gesetz dazu verpflichtet Rückstellungen für den Rückbau ihrer Anlagen zu bilden.
Wie sieht das für die Betreiber von Windkraftanlagen aus?
Was passiert, wenn der Betreiber mangels Vorsorge am Ende der Betriebszeit finanziell nicht in der Lage ist, den Rückbau durchzuführen?

Die Organisationsform der Betreibergesellschaft, eine GmbH & Co. KG, ist gerade dafür geschaffen, die Haftung einzuschränken. Wird das Haftungskapital der Gesellschaft ausreichen, wenn der Rückbau ansteht?
Von Rückstellungen oder anderweitiger Sicherstellung des Rückbaus war bislang nichts zu lesen.